........................................................................................................................................................................................................................................................................................

 

 

 

 

Norwegen im Sommer 2019

 

    T K
Donnerstag, 25. Juli 2019    

Ende Juli 2019 prognostizierten alle Wetterdienste für die Nordlandsregion (da wollten wir jahrelang schon mal hin!) sieben Tage lang Vollsonne – 16-17 Stunden pro Tag, Temperaturen von fast 30 Grad auf dem Saltfjell sollte es geben! Am 23.07.19 wurden die Chefs etwas beschwatzt und der Urlaub noch um zwei Tage verlängert, am 24. Juli 2019 wurde dann die nächstgelegene Fahrkartenausgabe um zwei InterRail-Pässe erleichtert und schon zwei Stunden später starteten wir mit der Bahn nachmittags bei 34 Grad in Triberg (immerhin über 600m hoch!), übernachteten in Düsseldorf und bestiegen am 25.07. bei morgendlichen 32 Grad (tagsüber sollten es noch 40 werden) den SAS-Flieger in den hohen Norden, nach einem Umstieg in Oslo landeten wir um kurz nach fünf planmäßig in Bodø.

   

Während es im Anflug noch recht gut aussah, wollte abends nochmals eine kleine Wolkenfront durchziehen, aber wir waren zuversichtlich, daß uns das gute Wetter aus Deutschland verfolgen wird.

X  

Unser Domizil für die nächsten beiden Nächte.

X  
Freitag, 26. Juli 2019    

Um 5 wurde aufgestanden und mal die Lage betrachtet – hm, also mit dichtem Nebel hätten wir jetzt nicht gerechnet. Also mal den Joker gezogen und die E6-Webcam aufm Fjell aufgerufen: Ui, da war ja Sonne! Also aufsitzen und los! Eine Stunde später schlugen wir auf dem Saltfjell auf, noch herrschte hier Ruhe. Die (Deutschen) Wohnmobilisten schliefen noch, von Lkws war nichts zu sehen, immerhin die Sonne war pünktlich zum Dienst erschienen, der erwartete Nachtzug aber wollte und wollte nicht auftauchen...

   

Nach geschlagenen zwei Stunde Wartezeit war in der Ferne endlich das charakteristische Brummen der Di.4 zu hören...

X  

... ein paar Minuten später trat dann endlich die 4.655 mit dem D 475 auf die Bühne. Geil - erstes Bild im Kasten!

  X

Nach einer dreiviertel Stunde war auch schon der nächste Zug fällig...

X  

... ein Talent war als D 475 unterwegs von Mosjøen nach Bodø.

  X

Nun drehten wir uns quasi nur um, sollte aus der Gegenrichtung gegen 12 Uhr (und somit in zwei Stunde) unser erster Güterzug kommen. Es gibt weißGott schlechtere Orte um zu chillen als das Saltfjell, aber als um 13:45 Uhr (nach vier Stunden Wartezeit!) noch immer kein Cargo durch war, brachen wir die Sache ab. Laut der Togkart sollte die Kiste noch in Bodø stehen – warum, wussten wir um diese Zeit noch nicht.

   

Zum Glück war die nächste fällige Di.4 wenigstens plan, es ist wieder die 655 vom Morgen. Nun war sie mit dem dag tog unterwegs von Bodø in Richtung Mosjøen (ich schreibe jetzt bewußt mal nicht Trondheim!).

X  

Fuzzen in Norwegen ist ja wirklich entspannend, die nächste Zugfahrt stand nun erst in drei Stunden an, sodaß wir ein bisschen durch die Gegend cruisen und Motivkunde betreiben konnten.

  X

Wer braucht eigentlich Kanada? :-)

X  

Um kurz vor 5 positionierten wir uns nahe Setsa für den R 1790 – Gottlob war die Kiste plan, noch länger hätten wir es bei diesen wildgewordenen norwegischen Stechviechern nicht ausgehalten.

  X

Nach der Wende in Rognan ging es für den Talent wieder zurück nach Bodø, nun heiß das Züglein R 1791.

X  

Kenner der Szenerie erkennen nun, daß im zeitlichen Ablauf irgendein Mosaiksteinchen fehlt. Richtig! Der dag tog aus Süden wird vermißt, die Togkart vermeldet ihn aktuell mit +140 – das kann ja heiter werden...

  X

Na wenn schon keine lokbespannten Züge kommen, dann muß halt der nächste Talent dran glauben...

X  

... hier dieselt der Triebling als D 474 durch das Fischerdörfchen Setsa.

  X

Und was macht nun der D 471 aus (vermeintlich) Trondheim? Hat mittlerweile +170 auf der Uhr – na, da kann ja was nicht stimmen: Nachtzug heute früh +90, Güterzüge haben wir gar keine gesehen und jetzt der Tagzug drei Stunden hinterm Plan. Nun musste das Apfelfon aber ran: Recherchen bei der NSB (und natürlich DSO) ergaben, daß CargoNet am Vorabend ein paar Container in den Fluß geworfen hat und die Strecke südlich von Mosjøen gesperrt ist. Na das erklärt ja einiges! Es wird also in Mosjøen gewendet und die Nordfahrer warten auf die Fahrgäste, die sich (am ersten Tag gab es wohl noch keinen SEV) durchgekämpft haben.

   

Aber was sehen unsere Äuglein denn da in der Ferne?

X  

Na endlich!

  X

Nach den schlechten Nachrichten waren wir unglaublich froh, daß die Norweger doch noch..

X  

... lokbespannt fahren und nicht auf die Idee kamen, auch die Langläufer mit Talent zu fahren (was ein paar Tage später dann doch Wirklichkeit wurde – da waren wir glücklicherweise aber schon wieder weg).

  X

Der erste Tag war damit auch schon wieder erledigt. Wir gönnten uns in Fauske noch ein typisch norwegisches Abendessen (Pizza *g*) und brausten wieder zurück in unsere Arctic cabins...

   
... aber nicht ohne unterwegs noch einen kurzen...   X
... Kitsch-Stop einzulegen (bei Setsa).   X
Samstag, 27. Juli 2019    
Wochenends ist bahntechnisch hier sowieso Totentanz angesagt: Die Polarpendelen mit Talent fahren nur wochentags und mit Güterverkehr war wegen der Streckensperrung sowieso nicht zu rechnen. Also beschlossen wir, uns mal in Richtung Mo i Rana zu verschieben und uns den bekannten Erzpendel etwas genauer anzuschauen.    

Doch zuerst einmal das Pflichtprogramm in Form des Nachtzugs. Heute war er mal mit „nur“ +60 unterwegs und wurde oben aufm Fjell unweit des Polarkreises auf die Chips gebrannt.

X  

Wir fuhren nach Mo in der Hoffnung auf Erzzüge. Kurz vor dem Städtchen hatten wir ne Stelle für den ersten Südfahrer entdeckt, bei der das Licht gerade noch so akzeptabel war. Keine fünf Minuten vor der geplanten Zugdurchfahrt des 5764 trat aber zuerst einmal NSB Freischnitt mit vier total unauffällig lackierten Fahrzeugen auf die Bühne. Mist, zum Stellenwechsel blieb nun natürlich keine Zeit mehr...

  X

Für den nächsten Nordfahrer hatten wir eine wunderhübsche Stelle erkundet, an der wir uns dann auch geschlagene zwei Stunden vergnügten. Aber in der togkart wanderte der 5765 keinen Milimeter von seinem Ausgangspunkt weg. Zu Deutsch Ausfall. Na, dann stellen wir uns eben mal für die Gegenrichtung auf und finden heraus, wofür die blaue Linie im daglige rutegrafer steht, die von Mo nach Dunderland und wieder zurück eingelegt war.

   

Ah, eine Di.3 (MZ1460) war mit einem Schotterzug unterwegs.

X  

Nun fuhren wir wieder ein Stückchen nördlich, auch wenn es wolkentechnisch dort nicht ganz so toll aussah: Nicht nur Queller wollten uns das Leben schwer machen, nein, auch die Norweger spielten mit den Nerven der zwei Deutschen Fuzzies. Von Bodø her sollte irgendwann der dag tog kommen, von Süden rechneten wir früher oder später ebenfalls mit dem Tagzug, aber auch der nächste Erzpendel hätte jederzeit kommen können. Die togkart war jetzt auch nicht so richtig eine Hilfe, weil sie die Tagzüge von Minuten zu Minute woanders hinsetzte und die Verspätungen kontinuierlich änderte.  

Blöd nur wenn man an einer Stelle steht, wo man zwar in beide Richtungen draufhauen kann, aber trotzdem einen kleinen Sprint hinlegen muß, ehe die Blickrichtung paßt. Und da die Züge aus beiden Richtungen mit nur relativ kurzer Vorwarnzeit aufkreuzen konnten, hatte der örtliche Landwirt sicher seine Freunde daran, wie wir bei jedem Lkw, den wir fälschlicherweise für „DEN ZUG“ gehalten haben, rennend die Position wechselten. :-)

   

Schlußendlich kam dann doch der Erzpendel zuerst, 312 005 brummte mit dem 5767 bei Storforshei an uns vorbei...

  X

... aus der Gegenrichtung kam dann ne knappe halbe Stunde später 4.651 mit dem D472.

X  

Da das Licht für den potentiellen Nordfahrer nun sowieso rum war, setzten wir uns ins Auto und fuhren in Richtung Mo, wollten wir uns eigentlich noch etwas um den Erzpendel kümmern. Auf Verdacht fuhren wir am Bahnhof vorbei und waren erstaunt, daß der dag tog von eben noch hier stand. Das kann ja nur bedeuten, daß der Nordfahrer nun endlich käme (die Bahnhofstafel bestätigte dies und zeigte sich somit deutlich „sicherer“ als die Togkart). Was nun? Wieder gen Fjell heizen ohne auf die Schnelle ein Motiv zu haben oder einfach mal weiter nach Süden? Wir entschieden uns für Letzteres. Weit mussten wir nicht fahren, ehe uns was Hübsches ins Auge fiel.

   

Tagzug die Zweite, wir befinden uns unterdessen nahe des Örtchens Molnhusmarka.

  X

Hach, die Di.4 sind doch einfach schöne Maschinen! :-)

X  

Nun mal geschwind den rutegrafer gecheckt und festgestellt, daß in Ørtfjell in Bälde ein Erzpendel gen Süden starten sollte. Togkart kannte den Zug noch nicht, aber nachdem heute Morgen ja schon eine Runde ausgefallen ist, wird der Rest des Tages wohl so laufen wie geplant. 

  X
Und so ging es wieder durch Mo i Rana durch und grob in Richtung Fjell. Kurz hinter Mo fanden wir eine sehr hübsche Stellt direkt an der Ranaelva. 312 005 hatte nun den 5768 am Haken. X  

Wir fuhren ein Stückchen hoch und versuchten, irgendwo rund um Skonkseng eine passende Stelle für den folgenden Nordpendler zu finden, doch etwas richtig Zufriedenstellendes fanden wir nicht . Während wir noch am Suchen waren, vermeldete das System auch schon die Abfahrt in Mo, sodaß nur noch mehr oder weniger ein Notschuß aus der Hüfte gelang.

  X

So, nun war hier nichts mehr zu erwarten, sodaß wir uns mal langsam auf in Richtung Hotel machten. Gebucht hatten wir für die nächsten beiden Nächte in Babettes Hotel (falls mal wer ne bezahlbare Bleibe hier in der Gegend sucht), eine kleine schmucke Unterkunft im klassischen Norwegenstil mit sehr freundlichem Gastgeber und einem kleinen Balkon, wo man abends noch sein verdientes Feierabendbierchen trinken konnte. Nur eines hatten wir bei der Buchung nicht bedacht: Nachdem es tagsüber für norwegische Verhältnisse schon bullenheiß war (aufm Saltfjell hatten wir aufm Autothermometer schon die 34 Grad geknackt!), hätten wir uns lieber ein Hotel mit Klima suchen sollen (aber wer denkt am Polarkreis schon daran?!), jedenfalls war es auch in den Zimmern unerträglich heiß und die Nacht entsprechend anstrengend...

   
Sonntag, 28. Juli 2019    

Wir wachen nach einer tropischen Nacht (ernsthaft!) in einem hübschen kleinen Hotel in Mo i Rana auf; zum Verständnis, Mo i Rana liegt kurz vor dem Polarkreis. ;-)

 Die Wecker waren mal auf 5 Uhr gestellt, aber die Togkart wusste schon, daß der Nachtzug mal wieder +90 hatte. Also noch n bisschen schlafen. Um sieben hielt uns dann doch nichts mehr in den Betten und wir fuhren mal zum angedachten Motiv bei Dalselv.

   

Um kurz nach halb8 wurden wir dann endlich erlöst, als 4.655 mit dem D475 unter uns hindurchfuhr. Zwischenzeitlich waren es +110, in Deutschland würde man wohl sagen „Warten auf Fahrgäste aus einem (SEV-)Bus“.

  X

Wer ein bisschen weniger Tele möchte. :-)

X  

Ja und nun? Da der Morgenzug von Mo nach Trondheim wegen der Streckensperrung auf dem kompletten Laufweg auf SEV umgestellt wurde, fehlte jetzt irgendwie das Programm. Also zurück ins Hotel und auf Frühstück hoffen – und wir wurden nicht enttäuscht. Bei schon wieder deutlich über 20 Grad durften wir im Garten dinieren... :-)

   

Mal wieder rauf ins Gebirge! Nachdem wir unseren Mietwagen an einem ehemaligen Bahnübergang parkiert hatten, unternahmen wir eine kleine Wanderung, ehe wir am Motiv ankamen, die 4.655 war mit dem dag tog unterwegs gen Süden.

  X

Nun steuerten wir den Anschluß in Ørtfjell an, war doch ein Erzzug von Mo her im Zulauf. Kaum angekommen, hatten wir auch schon allen Grund, die Kameras klicken zu lassen.

X  

Eigentlich wäre nun Zeit für den Nordfahrer gewesen. Aber wer unsere bisherigen Beiträge gelesen hat weiß, daß die Züge aus Süden teils heftig verspätet sind, weil die Strecke wegen eines Unfalls mehrere Tage gesperrt war. Und auch heute wurde der D 471 mal wieder mit 3 Stunden Verspätung angekündigt, na klasse! Aber einen Vorteil hat die Verspätung ja, es gehen nun Motive, die sonst nicht ganz so gut im Licht wären.  Wir teilten uns mal wieder auf und harrten der Dinge, die da kommen mögen.

Markus entschied sich für die Morgenstelle von Tag 1 und wurde von der nun intensiver werdenden Bewölkung nahezu in Ruhe gelassen. Martin hingegen positionierte sich nur wenige Kilometer weiter (gen Lønsdal), stand aber dummerweise quasi direkt an der Wolkengrenze und wurde eigenen Aussagen zufolge während der eineinhalb stündigen Wartezeit gefühlte 20 Jahren älter, da sich immer wieder einzelne nervige Wolkenfetzen ins Motiv wagten.

   

Um kurz nach halb7 wurden die Fotografen dann von einem sonoren Dieselwummern erlöst...

  X

... nun standen übrigens satte 230 Minuten hinter dem Pluszeichen.

X  

In Lønsdal fand die Kreuzung mit dem entgegenkommenden Polarkreispendel (D474) statt, welcher durch den verspäteten dag tog nun selbst auch mit guten +20 unterwegs war. Wo Markus hier stand, dürfte selbsterklärend sein, oder? :-)

  X

Und nun? Für den nächsten Tag sollte das Wetter rund um Mo etwas schlechter werden, im Norden allerdings sollten weiterhin sieben Sonnen am Himmel stehen. Blöderweise hatten wir unser Hotel in Mo aber für zwei Nächte gebucht, sodaß wir wohl oder übel wieder runter fahren mussten (also quasi unserem morgigen Ziel komplett entgegen).

Natürlich hatten wir die togkart laufen; als wir kurz vor Mo waren, kam die Meldung, daß in Ørtfjell ein Erzpendel abgefahren sei. Es war schon deutlich nach 21 Uhr und wir brauchten eine Stelle, wo gegen 3/4 noch Licht wäre. Das ist selbst für Nordnorwegen ein fast aussichtsloses Verlangen. Am geeignetsten schien uns die Gerade am Ranaelva kurz vor Mo.

   

312 005 hat mit dem 5770 seinen Endbahnhof in Kürze erreicht, deutlich zu erkennen, viel später hätte er lichttechnisch nicht sein dürfen. Das Chronometer zeigte 21:48 Uhr an. Wir überlegen dann den Rest des Abends, ob dies unser bisher spätestes besonntes Bahnbild war, vermuten aber daß ja. *g*

X  

In unserer Fuzzgruppe ist ein gewisser Jens N. aus N. in der M. für die offizielle Beurteilung der Lichtverhältnisse zuständig. Wie schauts hier aus? Klassisches  „DAS ist doch kein Licht mehr…“? ;-)

  X

Für heute wars das dann auch schon wieder. Wir fuhren wieder nach Mo rein und verspeisten noch eine lecker Pizza, ehe wir uns zu Bett begaben. So langsam drückte von Süden her endlich wieder kühlere Luft und Wolken rein, sodaß es in den Zimmern dann schon deutlich angenehmer als letztens war. Die Wolken waren (neben den am Montag wieder verkehrenden Polarpendel) auch ein Grund, weshalb wir die nächsten Tage wieder weiter nördlich aktiv sein wollten – dort sollte nämlich im Gegensatz zu Mo noch Wetter sein...

   
Montag, 29. Juli 2019    

Heute ist Montag der 29. Juli 2019 und wir wachen abermals in Mo i Rana auf. Wie erwartet war es stark bewölkt, sodaß uns nichts mehr hielt und wir ab gen Norden aufbrachen. Bereits auf dem Saltfjell waren erste Auflockerungen zu sehen und spätestens ab Fauske war alles wieder im Lot. Von hinten drückte so langsam der Nachtzug, der heuer mal wieder an die zwei Stunden später dran war, scheinbar wartete mal in Mosjøen den SEV und startet dann entsprechend später.

   

Nahe Mjønes fanden wir nach kurzer Suche ein durchaus passables Motiv...

  X

... für den D475 mit der führenden 4.651...

  X

... der zweite Mann stand unterdessen...

X  

… knapp zwei Kilometer weiter...

X  

Als nächstes Stand ein Bummelzug an, für den wir uns nahe Valnesfjord positionierten...

  X

... D 473 hieß diese Eisenbahn...

X  

… und hatte ebenfalls +80.

  X

Wir fuhren wieder zurück nach Mjønes, sollte doch schon der dagtog in Bälde kommen. Und tatsächlich, nur zwei Stunden, nachdem die 4.651 mit dem Nachtzug nach Bodø hier durchkam, geht es für sie schon wieder auf Südfahrt.

X  

 Das schöne an der Nordlandsbahn ist ja, daß die Fuzzerei total entschleunigend ist. Es war kurz vor eins und die nächste Zugfahrt wurde erst gegen halb4 an. Da es heute kein Frühstück hab, hatten wir allen Grund, uns beim Italiener ne leckere Pasta reinzuschaufeln.

   

Anschließend erkundeten wir noch etwas die Gegend, ehe es für den nächsten Bummelzug nach Tverlanded ging, 93.02 war als R1788 unterwegs nach Fauske.

  X

Nach einer Kurzwende in Fauske ging es für den Talent auch schon wieder zurück nach Bodø, nun als R 1789. Wir standen zwischen zwischen Valnesfjord und Oteraga.

X  

Jetzt rollts aber! Den R 1790 (Bodø-Rognan)…

  X

... fuzzten wir hoch über Setsa.

X  

Auch heute war der dagtog aus Süden mal wieder nicht nur ein bisschen verspätet, die togkart verortete ihn noch mit +140 irgendwo im Zulauf aufs Fjell – Zeit genug, sich weiterhin dem Regionalverkehr zu widmen.

   

Wir beschlossen, den Rest des Abends bei Mølnvika zu verbringen, war es doch äußerst idyllisch hier! :-)

X  

Dann endlich um Viertel nach 7 war es so weit und in der Ferne war das sonore Brummen der Di.4 zu hören.

X  

4.655 war es, die den D 471 nach Bodø zu bringen hatte. Markus hatte es sich (wie unschwer zu erkennen ist) ein paar Hundert Meter weiter gemütlich gemacht.

  X

So, die Messe für heute war mal wieder gelesen, es stand nichts Fuzzbares mehr an. Für Morgen vermeldete die NSB, daß die Nordlandsbahn wieder in voller Länge befahrbar sei. Auch der daglig rutegrafer war der Meinung, daß endlich wieder Güterverkehr herrschen würde (die beiden Containerzüge waren zumindest mal nicht als Ausfall gemeldet). Wir beschlossen, hier oben zu bleiben und fanden ein fast schon bezahlbares Hotel in Rognan, mit tollem Blick auf den Fjord. Nach einem sehr leckeren Abendessen (es gab Elch!) wollten wir noch geschwind rüber in den Rema1000 und ein Hopfenkaltgetränk zur Feier des Tages zu kaufen. Doch oh weh, wir sind ja in Norwegen. Kein Alkoholverkauf im Laden nach 20 Uhr (samstags ab 15 Uhr!). Ja ja, hier merkt man mal wieder, daß wir es in Deutschland soooo schlecht nun auch wieder nicht haben...

   
Dienstag, 30. Juli 2019    

Heute ist Dienstag der 30. Juli und wir wachen in einem Touristenbunker in Rognan auf. Die erste Amtshandlung war auch heute das Starten der Togkart, mal schauen, ob der versprochene Güterverkehr heute endlich mal läuft. Und tatsächlich, da war ein Güterzug, der gerade irgendwo übers Fjell rumpelte. Also raus aus den Betten und ab!

   

Der gestrige Tag endete bei Mølnvika, der heutige sollte bei Mølnvika beginnen! Um kurz vor sieben trat dann endlich 312 002 mit dem 5791 auf die Bühne. Geil, das erste Güterzugfoto am fünften Tag, da macht einem der Flachwagenschaden schon fast nichts mehr. :-)

X  
Ein weiteres Mal warfen wir einen Blick auf die Togkart, ja sapperlott, der Nachtzug kam heute tatsächlich aus Trondheim und war tatsächlich sogar pünktlich. Man glaubt es ja kaum! Wir besorgten uns Frühstück an der Tanke und setzten uns bei Finneid einfach mal an den Strand. Die ebenfalls vorhandenen Deutschen Wohnmobilisten mochten sich ab und ein bisschen gewundert haben, aber im Zweifel hätten sie ja auch fragen können. :-)    

Ach ja, der Nachtzug kam dann ja auch noch.

  X

Die Leute bei CargoNet haben ein ordentliches Arbeitstempo drauf. Der 5791 kommt um 07:20 Uhr in Bodø an, bereits zwei Stunden später geht es schon wieder südwärts. Es war nun also Zeit, sich eine Stelle für den Südfahrer zu suchen.

   

Zwischen Valnesfjord und Oteraga fanden wir ein hübsches Motiv...

X  

... 312 002 hatte nun den 5790 am Haken.

  X

Der 5790 hat in Fauske 20 Minuten Aufenthalt in denen die dort beladene Wagengruppe angehängt wird. Das reicht dann für eine gemütliche Überholung des Zuges, sodaß wir bei Finneid die Cams ein weiteres Mal klicken lassen konnten.

X  

Mittlerweile war schon wieder Mittag geworden, Zeit, sich für den dagtog aufzustellen. Unweit von Setsa fanden wir eine sehr entzückende Stelle.

  X

Da war es schon wieder, dieses typische Mittagsloch! Auf den Schienen sollte die nächsten zwei Stunden nichts geschehen, sodaß wir bei einem Italiener in Fauske einkehrten. Im Schatten eines Kastanienbaums lässt es sich trefflich aushalten... :-)

   

Nachmittags stand dasselbe Programm wie gestern an. Zuerst kam der 1788...

X  

...  den wir bei Mølnvika verarzteten...

X  

... gefolgt vom R 1789 zwischen Valnesfjord und Oteraga.

  X

Heute war sogar der nordfahrende dagtog einigermaßen Plan, mit gerade einmal +40 dieselte 4.651 bei Mjønes an den beiden Fotografen vorbei.

X  

Nun hatten wir dasselbe Problem wie immer, das Programm war aus, koi Zugverkehr mehr (der abendliche Containerzug war so spät, daß wir ihn nachts vom Hotelzimmer aus gehört haben).  Angesichts der hereinziehenden Wolken war das aber nicht weiter schlimm und wir fuhren zurück ins Hotel. Bei einem Asiaten gabs noch Lecker Mampf, ehe wir an der Hotelrezeption unsere Schulden beglichen. Anschließend ging es sehr zeitig ins Bett, wollten wir morgen doch in aller Herrgottsfrüh wieder auf den Beinen sein!

   
Mittwoch, 31. Juli 2019    

Heute ist Mittwoch der 31. Juli und wir wachen abermals in einem Touristenbunker in Rognan auf. Es ist 3:20 Uhr, als die ersten Blicke auf die togkart geworfen werden, haben wir heute doch etwas leicht Verrücktes vor: Check, der Gütermann steht wie geplant in Mo i Rana! Keine zwanzig Minuten später saßen wir in unserem Focus und düsten über leere Pisten in Richtung Saltfjell. Um fünf Uhr landeten wir an der geplanten Fotostelle und stellten uns sogleich auf, war die Plandurchfahrt doch bereits in wenigen Minuten.

   

Vermutlich ist dies das früheste Sonnenbild, das wir je gemacht haben: Es ist 5.09 Uhr...

X  

... als 312 003 mit dem 5791 auf die Bühne trat…

  X

... Super, das lief ja wie geschmiert!

X  

Für die nächsten zwei Stunden war mal wieder Zugpause angesagt, sodaß wir uns in unserem Mietwagen nochmals langmachten und etwas Schlaf nachholten. Aber bereits um 7 waren wir wieder auf den Füßen, drohte sich von Süden doch bereits der Nachtzug an.

   

4.655 war heute mal wieder dafür eingeteilt...

  X

... den D 475 von Trondheim nach Bodø zu bringen...

X  

... aufgenommen unverkennbar auf dem Saltfjell.

  X

Bei Mølnvika positionierten wir uns…

X  

... für den 5790 – klasse!

  X

Wir wollten dem Güterzug hinterher und fuhren zum gefühlt 487sten Mal aufs Saltfjell hoch (in diesem Zusammenhang würden uns die GPS-Auswertung von Onkel Europcar für unsere Miete interessieren *g*).

X  

Endlich klappte das Wunschmotiv, welches wir eigentlich schon vor fünf Tagen hätten umsetzen wollen. 312 003 ist mal wieder am Zug.

  X

Auch heute waren wieder zwei Stunden mittägliche Zugpause zu überbrücken. Irgendwie hatten wir ja Gefallen an der Idee mit dem Mittagsimbiß gefunden und so fanden wir uns zwanzig Minuten später im ArticCircleCenter wieder, das ist quasi die Touribespaßungsbude direkt am Polarkreis. Und ganz ehrlich: Klar sind die Souvenirs teils äußerst kitschig und teuer, das Essen war allerdings qualitativ hochwertig und für norwegische Verhältnisse absolut bezahlbar. Also durchaus Daumen hoch! :-)

   

Um 14:20 Uhr entstand dann unser letztes Nordlandsbahn-Bild, es zeigt 4.655 mit dem dagtog gen Süden.

X  

Für 19 Uhr hatten wir einen Flug von Bodø nach Oslo gebucht, sodaß wir uns gaanz langsam in Richtung Küste aufmachten. Die üblichen Notwendigkeiten wie Tanken und Müllbeseitigung waren schnell erledigt, die Mietwagenrückgabe nach wenigen Minuten bereits beendet, sodaß wir schon sehr zeitig am Flughafen waren. Die nächsten paar Tage befuhren wir dann die Bergens- und Flamsbahn, ehe es am Sonntag schon wieder in die Heimat gehen sollte.  

   

Donnerstag, 02. August 2020

   

Nachdem wir am Mittwoch Abend pünktlich in Oslo gelandet sind, sollte es am heutigen Donnerstag (01.08.19) bereits um kurz nach sechs mit dem Frühzug in Richtung Finse gehen. Eigentlich wollten wir ja erst mit einem der späteren Züge fahren, aber die waren zehn Tage vorab schon alle mehr oder weniger restlos ausverkauft.

   

In Haugastoel hatten wir einen längeren Kreuzungsaufenthalt. Entgegengekommen ist 18.2260 mit dem EX 80062.

  X

In Finse sind wir dann mal unsere Koffer losgeworden, da wir morgens aber noch keine Zimmer beziehen konnten, musste Plan B her. Dieser so so aus, daß wir einfach mal die togkart checkten und feststellten, daß da zwei lichttechnisch wunderbar passende Güterzüge im Zulauf waren.

   

Ach ja, schön hier, oder? :-)

X  

Blick vom Bahnhof Finse auf den Tunnel sowie die Altstrecke.

  X

Als erstes kam dann die CargoNet-Leistung 5506...

X  
... mit der führenden 16.2204.   X
Da der nächste Güterzug nur eine halbe Stunde hinterherlief... X  
... blieb für große Stellenwechsel keine Zeit mehr und so fuzzten wir 187 401 mit GreenCargo 4842 ebenfalls hier.   X

Nun war fototechnisch erst einmal nichts mehr zu holen, sodaß wir uns die Zeit damit vertrieben, mit dem nächsten Regionalzug nach Myrdal zu fahren um dort einen Tourikaffee zu trinken. Dort stellten wir fest, daß die Strecke nach Flam aktuell wegen eines Unfalls gesperrt sei. Hoffen wir mal, daß die das bis morgen behoben haben.

 Mit der nächsten Reisemöglichkeit ging es unterdessen zurück nach Finse, wo wir endlich einchecken und uns häuslich einrichten konnten.

Draußen hat sich das fast wolkenlose Wetter vom Mittag zu einem nervigen Sonne-Wolken-Mix gewandelt. Von Bergen her sollte in Bälde ein Güterzug kommen, von Oslo her ebenfalls der damals noch um 17:20 Uhr durch Finse brausende 5507. Damit wir zwei verschiedene Fuzzpunkte umsetzen konnten, trennten sich unsere Wege.

   

Martin wanderte ein bisschen um den Finsesee herum und fand ein herrliches Plätzchen zum Chillen, beim 5530 musste er einen halben Wolkenschaden in Kauf nehmen.

X  

Eine Stunde später war dann die Zeit des 5507 gekommen, auch hier wollte die Sonne nicht ganz so...

X  

... wie der Fotograf es gerne gehabt hätte...

X  

... Markus hatte es sich derweil „oben in den Bergen“ gemütlich gemacht...

  X

... und hatte sonnentechnisch etwas mehr Glück.

  X

Ein letztes Bild entstand vom EX 80064, welcher von einer unbekannten El18 von Bergen nach Oslo gezogen wurde, ehe wir zum Abendessen übergingen.

X  
Freitag, 03. August 2020    

Am nächsten Tag wollten wir uns voll ins Tourigetümmel stürzen und eine Nacht in Flam verbringen. Hierzu fuhren wir morgens von Finse nach Myrdal. Dort hatten wir wohlweislich eine Stunde Aufenthalt eingeplant, um bei Wetter die klassische Myrdal-Stelle umzusetzen.

   

Und die Sonne spielte heute tatsächlich mit...

  X

 ... als 18.2246 mit dem EX80609 den Bahnhof zu Myrdal verlassen hat.

  X
Samstag, 04. August 2020    

 Wir hatten Glück und die NSB hatte die am Vortag noch gesperrte Flamsbahn wieder notdürftig geflickt, sodaß wieder nach Plan gefahren wurde. Also wenn ihr die Wahl habt, wählt Nebensaison. Was die hier aufführen ist wirklich Overtourism par excellence! :-)

In Flam wurde geschwind das Zimmer bezogen und der Rest des Tages auf der Terrassefgechillt. Am folgenden Samstag wanderten wir weiterhin auf klassischen Touripfaden und machten einen Katamaran-Tripp...

   

… vom Aurlands- in den Nærøyfjord...

  X

... also von Flam nach Gudvangen und mit dem Bus wieder zurück.

  X

 

   zur Übersicht